Tabakkonsum 2022: Durchschnittliche Zigaretten pro Tag in der Schweiz
Tabakkonsum in der Schweiz – aktuelle Zahlen zu gerauchten Zigaretten pro Tag. Fakten, Analysen, Vorteile & Risiken. Jetzt informieren & fundiert entscheiden!
- Tabakkonsum 2022: Überblick und Analyse
- Soziodemografische Unterschiede beim Rauchen
- Langzeitveränderungen des Zigarettenkonsums
- Gesundheitsrisiken und wissenschaftliche Einschätzung
Tabakkonsum 2022: Überblick und Analyse
Wie viele Zigaretten werden in der Schweiz täglich konsumiert?
Die Schweizer Bevölkerung raucht weniger als noch vor drei Jahrzehnten. Aktuell konsumieren laut Bundesamt für Statistik (BFS) 24% der über 15-Jährigen Tabak in Form von Zigaretten, Zigarillos, Zigarren oder Pfeifen. Durchschnittlich rauchen Rauchende, inklusive Gelegenheitskonsumenten, 8,7 Zigaretten pro Tag. Die Konsumwerte sind dabei nicht gleichmäßig über alle Bevölkerungsgruppen verteilt. Männer greifen häufiger zum Glimmstängel als Frauen. Auch Alter, Wohnort und Bildungsniveau spielen eine entscheidende Rolle beim Rauchverhalten.

Soziodemografische Unterschiede beim Rauchen
Wer raucht wie viel? Details zu Altersgruppen und Bildung
Junge Erwachsene und Menschen mit Hochschulabschluss rauchen im Schnitt am wenigsten. Mit zunehmendem Alter steigt der durchschnittliche Konsum bis etwa Mitte 50, sinkt dann jedoch auf niedrigem Niveau bei über 65-Jährigen. Besonders auffällig: Tertiär gebildete Personen konsumieren weniger Tabak als Menschen mit nur obligatorischer Schulbildung. Die Schweizerische Gesundheitsbefragung (SGB) differenziert präzise: Männer rauchen durchschnittlich 9,7, Frauen 7,4 Zigaretten. Diese Unterschiede spiegeln sich auch regional wider – etwa in Städten mit aufwändiger Prävention sowie in wohlhabenderen Gemeinden.
Stimmen aus Fachkreisen
„Ein Zigarettenkonsum von sogar nur einer Zigarette pro Tag erhöht das Risiko für koronare Herzkrankheiten bereits signifikant. Das Risiko entspricht etwa der Hälfte jenes von Personen, die 20 Zigaretten täglich konsumieren.“ — Hackshaw, A. et al. (2018), British Medical Journal
Für alle Angaben zur durchschnittlichen Zigarettenanzahl wurden weniger gängige Tabakformen (Zigarillos, Zigarren, Pfeifen) in ein Zigaretten-Äquivalent umgerechnet. Quelle: Schweizerische Gesundheitsbefragung 2022.
Soziale und regionale Differenzen
Menschen in ländlichen Regionen rauchen im Schnitt oft mehr als Städter. Kulturen, Sprachen und nationale Zugehörigkeiten beeinflussen zusätzlich das Konsumverhalten. Die Prävalenz ist bei Schweizerinnen und Schweizern und Personen mit Migrationshintergrund vergleichbar; doch Alltagsgewohnheiten und Prävention unterscheiden sich. Sprachregionen zeigen leichte Varianzen: Deutsch- und rätoromanischsprachige Regionen liegen im Mittelfeld, französischsprachige Regionen tendenziell niedriger.
Lese- und Entscheidungslogik: Zahlen richtig einordnen
Die genannten Durchschnittswerte geben einen groben Überblick. Das individuelle Risiko sowie die tatsächliche Schädigung hängen jedoch von der Gesamtdauer des Rauchens, der Dosis und dem jeweiligen Gesundheitszustand ab. Präventionsangebote und ärztliche Aufklärung tragen maßgeblich zur Reduktion des Konsums bei.
Langzeitveränderungen des Zigarettenkonsums
Wie entwickelt sich die Rauchgewohnheit in der Schweiz?
Im Vergleich zu den frühen 1990er Jahren ist ein klarer Rückgang zu beobachten. Waren es 1992 noch durchschnittlich 15,3 Zigaretten täglich, verzeichnet die SGB 2022 einen Wert von 8,7. Dieser Wandel spiegelt gesellschaftlichen Wandel und veränderte Wertvorstellungen. Nicht alleine gesundheitliche Gründe, auch finanzielle und ökologische Aspekte spielen eine Rolle. Bei Männern fiel der Konsum mit einem Minus von 7,2 Zigaretten pro Tag stärker als bei Frauen (rund minus 5,6). Starke Raucher, also Personen, die 20 oder mehr Zigaretten täglich rauchen, sind im Vergleich zum Beginn der Erhebung deutlich seltener geworden.
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Wie Verhaltensprävention hilft
Präventionsprogramme, Warnhinweise auf Verpackungen und stetig steigende Preise dämpfen den Konsum. Gezielt eingesetzte Strategien in Schulen, Arbeitsumfeldern und im Gesundheitsbereich fördern Rückgänge. Unterstützung bieten Angebote der Tabakprävention und Programme der Schweizerischen Gesundheitsbehörden.
Gesundheitsrisiken und wissenschaftliche Einschätzung
Folgen schon bei geringen Mengen
Die Risiken des Tabakkonsums beginnen bereits bei geringer Dosis. Mehrere Metaanalysen zeigen, dass schon eine Zigarette pro Tag das Risiko für koronare Herzerkrankungen, Schlaganfall und andere Krankheiten erhöht. Studien belegen ein überproportionales Gesundheitsrisiko selbst bei Gelegenheitsrauchen. Für Lungenkrebs und weitere Erkrankungen steigt das Risiko mit der Zahl der konsumierten Zigaretten weiter an. Die Schweizer Behörden verweisen auf internationale Evidenz und raten zu einem konsequenten Rauchverzicht gemäß dem Vorsorgeprinzip.
Expertenzitat zur Risikobewertung
„Das Risiko für Lungenkrebs steigt mit jeder zusätzlich gerauchten Zigarette, ein Trend, der sich in allen Studien abzeichnet.“ — Warren, G.W. et al. (2013), American Society of Clinical Oncology Educational Book
Vorteile & Nachteile auf einen Blick
Vorteile
- Bewusstseinswandel und Präventionsarbeit zeigen Erfolge
- Klar messbare Reduktion der Gesundheitsrisiken durch Nichtrauchen
Nachteile
- Jeder Tabakkonsum bleibt gesundheitlich riskant
- Langzeitfolgen erst nach Jahren vollumfänglich sichtbar
Checkliste für die Praxis
- Eigenes Raucherprofil anhand Altersgruppe und Bildungsstand reflektieren
- Angebote zur Tabakprävention im Umfeld nutzen
- Regelmäßig die neuesten Studien und Empfehlungen prüfen
- Gesundheits-Check-ups beim Hausarzt durchführen lassen

Vertiefende Informationen und wissenschaftliche Studien
Weitere Details liefern die Schweizerische Gesundheitsbefragung (BFS, SGB), der MonAM-Indikator des Bundesamtes für Gesundheit sowie internationale Metaanalysen und Studien aus PubMed-Reviews. Als zentrale Quellen gelten:
- BAG & Obsan (2026): MonAM-Indikator Tabakkonsum
- Schweizerische Gesundheitsbefragung (BFS, 2024)
- Hackshaw, A. et al. (2018): British Medical Journal, DOI: 10.1136/bmj.j5855
- Warren, G.W. et al. (2013), ASCO Educational Book, DOI: 10.14694/EdBook_AM.2013.33.359
Zielgruppen im Blick
Perspektive für 20–40 Jahre
Junge Erwachsene sind besonders empfänglich für Prävention. In dieser Lebensphase lassen sich Weichen für langjährige Gesundheit stellen. Die Zahl der jugendlichen Raucher sinkt, aber frühzeitige Beratung und Interventionsprogramme bleiben zentral, um Nichtrauchen zu stärken und Rückfälle zu vermeiden.
Perspektive für 40–60 Jahre
Diese Altersgruppe trägt häufig gesundheitliche Konsequenzen kumulierten Zigarettenkonsums. Angebote zu Rauchstopp und ärztlicher Unterstützung stoßen hier auf offene Nachfrage. Die Gefahr von Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann durch einen Rauchstopp auch im mittleren Alter noch deutlich gesenkt werden.
Perspektive ab 60
Selbst im höheren Alter lohnt sich der Rauchstopp: Herz-Kreislauf-Probleme, Lungen- und Krebserkrankungen nehmen zwar mit dem Alter zu, können aber häufig gemindert werden, wenn Betroffene jetzt aufhören. Ärztliche Begleitung ist dabei genauso wichtig wie gesellschaftliche Unterstützung.
„Prävention und Aufklärung sind der Schlüssel für eine nachhaltige Gesundheitsförderung in der Schweiz.“
Bundesamt für Gesundheit, 2024
Nutzen Sie die Beratungsangebote der Organisationen für Tabakprävention – oder sprechen Sie Ihren Hausarzt auf Rauchstoppprogramme an.
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